Der Blick hinter die Kulissen

Ein Erlebnisbericht von Khaled Alhamdi

mit Formulierungshilfe von Jan Suberg

Mein Name ist Khaled, ich lebe seit zehn Monaten in Schwerte. Ein besonderes Erlebnis hatte ich auf dem diesjährigen „Welttheater der Straße“: Die Theatergruppe Theatre Fragile aus Berlin hat mich und 14 weitere Geflüchtete eingeladen, in ihrem Stück „Wir sehen uns im Paradies“ mitzuspielen.

Der Workshop – Üben, üben, üben

An dem Projekt beteiligten sich Geflüchtete aus vier Städten: Hamm, Ahlen, Unna und Schwerte. Bevor es auf die Bühne ging, mussten wir üben. Hierfür trafen wir uns vom 22. bis zum 24. August in der Volkshochschule Unna.

Meine anfängliche Nervosität hat sich schnell gelegt:  Die künstlerische Leiterin Marianne und ihr Team haben uns sehr herzlich aufgenommen. Beim gemeinsamen Essen mit Teilnehmern und Schauspielern haben wir uns kennengelernt. Obwohl ich zu Beginn des Workshops nur vier Teilnehmer kannte, sind die insgesamt 25 Menschen im gemeinsamen Spiel schnell zu einer eingeschworenen Gruppe geworden. Wir lernten die Grundlagen des Theaterspielens, übten Gestik und Mimik richtig einzusetzen und in der Gruppe zu spielen. Zum Abschluss erzählten einige von uns Teile ihrer Geschichte. Unsere Stimmen wurden aufgenommen und im Stück verwendet.

 

Wir treffen uns im Paradies - Workshop in Unna

Wir treffen uns im Paradies – Workshop in Unna

Wir treffen uns im Paradies - Vorbereitung in Schwerte

Wir treffen uns im Paradies – Vorbereitung in Schwerte

Wir treffen uns im Paradies - Vorbereitung in Schwerte II

Wir treffen uns im Paradies – Vorbereitung in Schwerte

Wir treffen uns im Paradies - Workshop in Unna II

Wir treffen uns im Paradies – Workshop in Unna

 

 

 

 

 

 

Wir treffen uns im Paradies

Das Stück selber behandelt die lange und schwierige Reise, die ein geflohener Mensch auf seinem Weg in die neue Heimat durchmacht. Da jede Gruppe auf ihrem Weg besondere Gefahren erlebt und spezielle Erfahrungen macht, hat mir die Art der Darstellung gut gefallen: Für das Stück werden Masken und nur einfache Hilfsmittel genutzt. Der Zuschauer hat viele Deutungsmöglichkeiten.

Ab auf die Bühne

Am 25. August war es dann so weit: Unsere Gruppe betrat auf dem „Summertime“-Festival in Unna die Bretter, die die Welt bedeuten. Zwei weitere Aufführungen fanden auf dem „Welttheater der Straße“ am 26. und 27. August statt. Kurz bevor es losging war ich ganz schön gestresst (mittlerweile kenne ich dafür das Wort „Lampenfieber“). Da ich aber bereits früher Theater gespielt habe, erging es mir etwas besser als meinen Schauspielkollegen. Der Auftritt selbst war eine tolle Erfahrung. Noch besser war allerdings die gemeinsame Feier nach Abschluss des Stücks. Die Schauspieler holen das Publikum auf die Bühne und schenken als Zeichen der Gastfreundlichkeit syrische Linsensuppe aus. Man kommt ins Gespräch und feiert zusammen. Es wurde sogar zusammen Dabke (ein Reigen) getanzt, Schauspieler und Publikum wurden eins. Es war wunderbar.

Wir treffen uns im Paradies - Auftritt in Schwerte II

Wir treffen uns im Paradies – Auftritt in Schwerte

Wir treffen uns im Paradies - Auftritt in Schwerte

Wir treffen uns im Paradies – Auftritt in Schwerte

Wir treffen uns im Paradies - Auftritt in Unna II

Wir treffen uns im Paradies – Auftritt in Unna

Wir treffen uns im Paradies - Auftritt in Unna

Wir treffen uns im Paradies – Auftritt in Unna

 

 

 

 

 

 

Hier noch einige Videos, die Serin von der Feier im Anschluss an den Auftritt in Schwerte aufgenommen hat: